16 Februar, 2007

der grummel

der grummel ist ein seltsames, graues tier. es wohnt gern in deutschland, bevorzugt in häusern, die auch grau sind. es macht sommerschlaf und wohnt unter möbeln, am liebsten dort, wo es dunkel ist. es isst staub und böse gedanken. manchmal, wenn es besonders gute laune hat, kommt es schon nachts aus seinem versteck, setzt sich auf die brust eines menschen und flüstert kleine, graue dinge in das schlafende ohr. der mensch, o wunder, traumbearbeitet diese helldunklen, niederträchtigen sachen in aller unschuld. und wacht morgens auf, blass und elend. und kann sich erinnern: an das entsetzen im traum. an die lieben menschen, die keine sind, im traum. und ist verwirrt und böse.

den grummel begeistert das: endlich essen. er geht ans werk, setzt sich ungesehen und flink auf den kopf des vollkommen desillusionierten morgenmenschen und schaufelt haufenweise ärger in sich hinein. lecker, enttäuschung. oh - hass, fantastisch! geht runter wie öl. während ihm kaffeeduft um die plattnase streicht, schmarotzt der grummel weiter. der mensch zieht sich aus, ein nachthemd streicht am fell des grauchens vorbei. ein kälteschauer erschüttert den wirt, der grummel nährt sich noch immer. erst als die ersten duschtropfen hinter seinen großen ohren auftreffen, springt er ab, nicht ohne den vorsatz, den menschen später noch einmal zu besuchen.
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